Sudhaus

Ein neuer-alter Platz für Kunst und Kultur in Spielberg

Die Familie Gentner bemüht sich seit Jahren um die Wiederbelebung des denkmalgeschützten Hofes, der ehemaligen Brauerei Gentner, in Spielberg. 2004 wurde der historische Gasthof, der sich auf das Jahr 1671/72 zurückdatieren lässt, wieder instandgesetzt. Das authentische Ambiente in der historischen Gaststube, die mit fränkischen Möbeln eingerichteten Zimmer sowie die gute Küche sind mittlerweile über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt und erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Als ehemaliger Bauhof (Wirtschaftshof) von Schloss Spielberg ist das Anwesen insgesamt jedoch bedeutend größer. Das Herzstück der ehemaligen Brauerei Gentner – das Sudhaus - ist das größte und markanteste Gebäude des ehemaligen Schlossgutes. Aus den Akten des Oettingen-Spielberg’schen Archivs in Harburg geht hervor, dass sich 1853 der Pächter des Gutshofes über den schlechten Zustand des Brauhauses beschwerte und einen Neubau wünschte. Der fürstliche Mauermeister wurde daraufhin mit einem Vorbericht beauftragt. Dieser bestätigte die Notwendigkeit eines Neubaus. Die Pläne des Mauermeisters wurden daraufhin dem fürstlichen Bauinspektor vorgelegt, der diese als „total unpassend“ bezeichnete. Bei einem gemeinsamen Ortstermin in Spielberg wurden beide Planungen einem namentlich nicht benannten „Münchner Stadtbaumeister“ vorgelegt und daraufhin der Neubau des Industriegebäudes 1854-55 vorgenommen.

Davon zeugt die, über dem Eingang des heute als Sudhaus bezeichneten Brauhauses in Sandstein eingemeißelte Jahreszahl 1855 und das Wappen der Fürsten Oettingen-Spielberg. Das Sudhaus ist als mehrgeschossiger Bau mit Linsengliederung und Rundbogenfenstern, die an einen Kirchenbau erinnern, ausgeführt. Teilweise sind die Fenster durch kreuzförmige Lüftungsöffnungen ausgemauert, die dem Gebäude einen prägenden Eindruck geben. Im Laufe der vergangenen 150 Jahre erfolgten mit der technischen Entwicklung des Brauwesens einige grundsätzliche Veränderungen im Gebäude z.B. der Einbau eines Dieselmotors mit Transmission und einer Malzdarre. Bis in das Jahr 1975 wurde hier im Sudhaus das Gentner-Bier eingebraut. Nach der Einstellung der Bierherstellung stand das Gebäude leer und wurde nicht mehr genutzt.

Durch die Witterungseinflüsse und schweren Winter der letzten Jahre hatte das Gebäude stark gelitten. Um das Gebäude vor dem weiteren Verfall zu bewahren, entschloss sich die Eigentümerfamilie Gentner in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, dem Amt für Ländliche Entwicklung Mittelfranken sowie der Bayerischen Landesstiftung im Oktober 2009 mit den Sanierungsarbeiten zu beginnen. Das Architekturbüro Feulner & Häffner aus Ellingen wurde mit der Planung und Bauausführung beauftragt. Da keine Baupläne aus den Jahren 1854 und 1855 vorlagen, konnte man erst bei der Erneuerung des Außenputzes feststellen, dass das Gebäude weitaus mehr Rundbogenfenster hatte, als zunächst sichtbar waren. Dadurch ergab sich die Möglichkeit im Erdgeschoss einen hellen, großzügigen Raum mit Gewölbe zu gestalten, der sich als repräsentativer Raum für größere Feste und Feiern bestens eignet. In diesem Gewölbesaal finden jetzt bis zu 80 Personen Platz ausreichend Platz, um besondere Ereignisse in einem stilvollen Rahmen zu begehen. Der Saal lässt sich ebenfalls aufgrund seiner einzigartigen gelungenen Atmosphäre auch für Tagungen oder Seminare nutzen.

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